Dienstag, Juni 06, 2017

Erzwungener Stillstand

Die Diagnose beidseitiger "Hallux rigidus" wurde bereits im April vor einem Jahr gestellt.
Und schon damals war es deutlich, man würde operieren müssen. Aber zuerst beobachten, um das Vortschreiten einschätzen zu können. 
Nach weiteren 6 Monaten stand fest: Es geht doch zu schnell, die Schäden wären irgendwann nicht mehr zu reparieren. Wir einigten uns auf den Eingriff für beide Füße - gleichzeitig.
Aber ganz schnell, meinte mein Doc.

Weitere 6 Monate später und nach 3 maligem Verschieben des OP-Termins, dann endlich im Mai die OP.


Erlösung, heftige Schmerzen, schlaflose Nächte, taube Beine, weil nur noch stillhalten, depressive Gedanken und endlich Hoffnung.

Der erste Verband wurde nach 16 Tagen gewechselt und die ersten Fäden gezogen.
Mini-Gips um die Füße.
Der Schmerz verabschiedete sich aus meinem Körper.
Die ersten Schritte in Spezialschuhen, tapperich am Rollator.
Keine Tabletten mehr, keine schrägen Gedanken.
Erste kleine Ziele.

Das nächste Datum zum Treffen mit meinem Doc steht ROT im Kalender.

Heute meine Schuhe für die ersten Schritte ohne Gips und ohne Schmerzen auf meinen Beinen gekauft.

Das Positive in meinem Leben ist wieder zurück.



Juni 2017

(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, März 14, 2017

Frühlingsgefühle

Da ist dieses Licht
dieses leichte Gefühl
diese Sehnsucht

nach Meer
nach Sonne
nach Dir

Ihr nennt es Frühling
ich nenne es Aufbruch
das Fühlen von mir


März 2017
(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, März 02, 2017

Ein Sabbatjahr ...

... mit diesem Blog neigt sich zu Ende.

Ich habe vieles bedacht und wieder verworfen.
Ich habe sortiert und erneuert und wieder verworfen.
Danach neu arrangiert und dann doch wieder auf das Alte zurück gegriffen.

Ich habe experimentiert, Kunst und Design gemacht, gefühlte 5000 Gerichte gekocht, fotografiert und geschrieben ...
Ich bin (wieder) bei mir gelandet.


Ein Frühjahr,
ein neuer Start im alten Gewand.
Aber auch viel Neues.

Dazu in den nächsten Tagen mehr. Und auch mit Irmchen geht es dann endlich weiter.
Ich freue mich wieder auf Euch.


März 2017
(c) U.Pahnke-Felder

Freitag, März 11, 2016

Irmchen wandelt sich / 2. Kapitel

Zuerst, da war sich Irmchen ganz sicher, musste sie schon rein äußerlich so etwas von Künstlerin ausstrahlen.

Ihr erster Weg in ihrem neuen Leben führte sie deshalb bereits sehr früh am Morgen zum Friseur ihres Vertrauens. Sie hatte Glück, er konnte sie direkt bedienen. Nein, heute wollte sie keine neue Dauerwelle, nein, heute da durfte es etwas sehr Gewagtes werden.
Nach kurzer und intensiver Beratung entschied sie sich für blaue, rote und grüne Strähnen in ihrem grauen Haar und einer Flechtfrisur oder wie es modern genannt wurde, Rastazöpfe.
Fünf Stunden später erhob sie sehr zufrieden mit sich und der Welt, inklusive dem Inhalt zweier Gläser des süffigen Friseur-Champus aus dem Stuhl, strahlte ihr neues Spiegelbild an und betrat nach Zahlung einer horrenden Summe die Straße.
Bildete sie es sich nur ein oder war es ganz anders? Die Welt lächelte ihr zu, so, wie seit Jahren nicht mehr.
Nach einem kleinen Lunch (Das musste sie nun mindestens einmal pro Woche einplanen, das war eindeutig große Welt) betrat sie einen Jeansladen. Ja, die neue Irmchen war mutig und wusste was man als Künstlerin so brauchte.
Zwar waren Latzhosen gerade noch nicht in, aber der wieselige Verkäufer hatte („Nur für sie gnädige Frau“, so hatte sie noch keiner genannt!) doch noch eine auf Lager von einem gaaaanz wichtigen Lieferanten aus Frankreich. Irmchen war selig und erstand auch gleich noch die bestickte Lammfellweste, wobei sie den bewundernden Ausruf des Verkäufers genoss: „Na sie wissen aber genau was sich so am Modehimmel demnächst abspielen wird. Sie sind ja so was von trendy!“
Zwei Blusen und vier T-Shirts, sowie zwei karierte Oversize-Hemden, wanderten ebenfalls in ihre Tüte. War es möglich? Noch beschwingter als nach dem Besuch des Figaros verließ sie den Laden.
Was sie nun noch benötigte waren, sowohl Holzpantinen für das Atelier, als auch Worker-Boots für die öffentlichen Auftritte, und Ketten! JA! Sie benötigte dringend diese wundervollen lasziven Chanel-Ketten für den gelungenen Auftritt, der sich vor ihrem geistigen Auge gerade abspielte.

Es war spät, als Irmchen die Haustür öffnete.
Es wurde noch später, bis Irmchen diesem Ignoranten von Ehemann erklärt hatte, warum sie um Himmels Willen sie so aussah.
Was sich aber in ihr ausbreitete, war ein Gefühl von unglaublicher Zufriedenheit.

Ja, es war toll eine Künstlerin zu sein.
Sie musste das unbedingt gleich der Welt mitteilen und natürlich mit einem Selfie dokumentieren.
Irmchen suchte die Stelle im Haus, die so richtig etwas her machte. Wer sah schon, dass diese glänzende und reflektierende Fläche das Klo war, schob noch eine Stehlampe zur Beleuchtung heran - bei Blitz bekam sie immer rote Augen - und drückte ab. Zur Sicherheit noch eines und noch eines. Sie kam richtig in Schwung.
Dann postete sie, zusammen mit künstlerisch verwackelten, geheimnisvoll glitzernden Fotos von sich: "Angekommen in meinem neuen Leben!"
Teilte es gleich noch ungefragt auf die Timeline anderer Konten und fragte, sie war gerade so schön in Schwung, bei 5 sehr interessanten und ganz wichtigen Menschen die Freundschaft an.
Ein Gefühl. wie seit ihren Teenager-Jahren nicht mehr erlebt, breitete sich in ihr aus. 
Ja, Irmchen war nun wer.

So war es dann auch gar nicht verwunderlich, dass Irmchen am nächsten Morgen bereits um 6:00 Uhr durch das Haus lief auf der Suche nach dem Zimmer, das in Zukunft ihr Atelier werden würde.
Dem durch ihren Lärm herbeieilenden Gatten erklärte sie, sie sei auf der Suche nach dem Raum, der sie beflügeln würde, weil da die Atmosphäre und die Inspiration wohnen würden. Das hatte sie gestern noch auf der Seite eines Filmstars, zu seinem neuen Film, gelesen und genau das wollte sie nun auch erleben.
Zwar gab es anschließend eine etwas längere und lautere Diskussion, warum denn ausgerechnet die Bibliothek des Hausherrn nun ausgeräumt werden müsse und völlig neu zu gestalten sei. Aber als Irmchen heulend verkündete, dass sie schon immer gewusst habe, er würde sie gar nicht richtig lieben, da war die Schlacht entschieden. 
Mannlieb zog es deutlich mehr vor, seine Frau aktiv und glücklich zu sehen, als nochmals diese lähmende Disharmonie der vergangenen Zeit zu durchleben.   

Eine Woche später kamen die Maler und strichen drei Wände kalkweiß … „Ich brauche das, um ins Nichts zu schauen und aus dem Nichts zu schöpfen“, der Satz war ihr im Netz auf der Seite des Malers Max Nutz aufgefallen, ... und die vierte Wand tiefrot.
„Nur Rot bringt mein Blut in Wallung“ verkündete Irmchen, nachdem die Handwerker das Haus verlassen hatte und sie theatralisch in einem großen tiefen Sessel, den sie inzwischen erworben hatte, versank. OK, dieser Satz war auch nicht von ihr, machte aber sehr viel her, wie sie fand. Zudem fühlte sie sich gerade so lebendig, so jung, so beschwingt ... dieser Satz konnte durchaus auch von ihr sein.
Schrieb sie eine Doktorarbeit? Nein, sie war eine freie Künstlerin.

Morgen, ja, und morgen würde sie das Atelier einrichten. Und da Hugo, ihr Mann bisher so geduldig gewesen war, würde er sie begleiten dürfen.
An gewissen Dingen ihres aufregenden Kunstlebens sollte er doch teilhaben.
Zuerst aber musste sie dringend posten.

Fortsetzung folgt


März 2016
(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, März 10, 2016

Irmchen / 1. Kapitel

Kennen Sie eigentlich Irmchen?
Nein?
Nun Irmchen heißt eigentlich Irmgart-Maria Schmidtchen. So wurde sie zumindest in das Geburtenregister eingetragen und anschließend getauft. Aber sie kam schon sehr früh zur Überzeugung, dass man mit diesem Namen einfach nichts Tolles werden könne. War es bei ihrem ersten Kontakt mit dem Kindergarten oder wenig später mit der Schule, dass diese Erkenntnis in ihr reifte?
Irmgart-Maria war ja schon nicht gut, aber dann Schmidtchen! Sie zog alles zusammen und nannte sich fortan Irmchen ..., zumindest in ihrer Phantasie.

So belastet ertrug sie die Schule bis zum erfolgreichen Abschluss der Mittleren Reife und sah sich wenig später in einem kleinen Büro als Lehrling zur angehenden kaufmännischen Angestellten. Was sie dann, nach erfolgreicher Prüfung, in den nächsten 40 Jahre blieb, nur kurz unterbrochen durch Heirat, Geburt eines Kindes und 3 Jahre Hausfrau und Mutterschaft.
Aber inzwischen war sie auch im richtigen Leben zu Irmchen geworden und träumte. Schließlich hatte sie genügend Zeit in ihrem kleinen Büro, in dem sie nun zur Büroleiterin aufgestiegen war.
Sie erträumte sich eine Welt, mit ihr als Hauptakteurin, die zu einer Hälfte aus den Hochglanzgazetten genährt wurde und zur anderen Hälfte aus den wundervollen Fernsehshows.
Ja! Jeder konnte ein Star werden. Auch sie!
Also träumte sie sich in diese wunderbare Welt des Erfolgs und der Wichtigkeit.
Montags rettete sie Menschenleben als Ärztin am Amazonas, am Dienstag war sie Schlagerstar und wurde für ihre Leistungen mit Echos überhäuft, Mittwochs beschützte sie die Welt als Spezialagentin, Donnerstags erhielt sie den Deutschen Filmpreis und am Freitag, kurz vor dem Wochenende. war sie eine Mutter Theresa der Weltpolitik und erhielt den Nobelpreis.
Schade nur, dass sie sich durch das Wochenende mit einem ganz normalen Ehemann und einem pubertierenden Sohn quälen musste. Logisch, dass sie bald kein gutes Haar mehr an diesen Gemahl fand und sich, konsequent, irgendwann auch nicht mehr an ihn verschwendete.  

Kurz vor ihrer Pensionierung und dem drohenden grauen Alltag in ihrer biederen 3 Zimmerwohnung - das Kind war schon vor langer Zeit aus ihrem Leben geflohen und hatte ein eigenes aufgebaut, - gönnte sich Irmchen etwas ganz Tolles.
Irmchen hob einen Teil ihres Ersparten vom Konto ab und investierte dies in eine Kreuzfahrt.
Wenigstens einmal im Leben wollte sie so etwas wie eine „High-Society-Erfahrung“ machen. Endlich wollte sie die Hauptperson sein und richtig verwöhnt werden.
Das Wunder geschah. Irmchen erlebte die große Welt und traf beim bereits zu Hause gebuchten Kapitäns Dinner dann auch noch auf einen nicht unvermögenden Herrn aus dem Bürgertum der Vorstadt.
Irmchen nahm es als Fügung des Schicksals und ehelichte den nicht unsympathischen Herrn als willkommenes Mittel, einem gutsituierten Lebensabend entgegen zu gehen. Zog zu ihm ins Eigenheim und genoss das, was ihr bisher in ihrer kleinen Büro- und Zahlen-Welt verschlossen geblieben war.

Die ersten beiden Jahre ging es gut. Es gab vieles für sie zu entdecken. Dann kam die Rente, für Beide. Dieser Umstand ging einher mit einer schnell einsetzenden Desillusion. 
Auch dieses männliche Wesen war nur bieder, wenn auch auf einem höheren, ihr noch immer nicht ganz vertrauten Niveau.
Irmchen wurde unzufrieden, launisch.
Sie beschloss: Sollte sich doch das männliche Wesen in ihrem Alltag über die Sendungen, die sie liebte, lustig machen. Aufgeben konnte sie ihn wegen der erlangten Bequemlichkeiten vom eigenen Haus, großen Auto und Segelschiff, sowie Theater- und Konzertbesuchen im Monats-Abonnement nicht.
Nach verzweifelten und einsamen „Zwei-Personen-Monaten“ im Ruhestand entdeckte Irmchen den Komfort des eigenen Schlafzimmers und das Internet. Oder mehr die vielfältigen Möglichkeiten in diesem Medium ihren Traum zu leben.
Hier traf sie auf andere Gaukler des Alltags, auf Schaumschläger, Möchtegern-Intellektuelle, 1-Zimmer-Großgrundbesitzer und die schillernde Erlebnis-Welt der Lieschen- und Otto-Künstler. Las abends im Bett auf ihrem Laptop, eingekuschelt in den weichen Kissen, die erfundenen aber für sie wahren Geschichten, wie sich all diese "Freunde" selbst verwirklicht hätten, was sie erlebten und in wackeligen Selfies dokumentierten.
Und endlich war Irmchen angekommen und wusste, wohin sie gehörte und was sie sein wollte.

Sie würde ein Teil dieser (Schein)Welt werden. Endlich! 
Ihre Bestimmung war es, Künstlerin zu werden!
Hatte nicht schon ihr Zeichenlehrer in der 2. Klasse zu ihr gesagt: „Irmgart-Maria, das ist doch schon sehr schön.“

Das Lachen der Klassenkameraden hatte sie längst verdrängt.

Fortsetzung folgt


März 2016
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Januar 11, 2016

Ballast

Zu den nicht immer ganz einfachen Aufgaben zu Anfang des Jahres ist die Bilanz der vergangenen 12 Monate.
Ab heute beginnt für mich dieser wichtige Termin, der in manchen Jahren innerhalb von 2 Tagen, in anderen auch erst nach 14 Tagen abgeschlossen ist.

Ich meine nicht das Zahlenwerk, das mir durch das Finanzamt und die anderen offiziellen Organe vorgeschrieben wird. Dafür habe ich meinen Buchhalter. 

Die ersten Tage des "Zurückfindens" in den Arbeitsalltag liegen hinter mir, die Post, die durch meinen Urlaub liegengeblieben war ist erledigt.
Nun wird künstlerisch sortiert und emotionell "abgerechnet". 
Wird nochmals Freude erfahren, Erfolg genossen und Unnützes abgeworfen.
Es ist eine ganz besondere Art der Konfrontation und ein Häuten und Abstreifen von unnötigem Ballast.

Was war im Januar 2015?
Was war wichtig? Was kommt somit in die "Jahresbox" an Unterlagen, Flyern und Zeitungsartikeln, was lege ich in einer Datei auf der Festplatte ab.

Monat für Monat wird dieses Reflektieren geschehen. 
Monat für Monat kristallisiert sich dabei das Große und Wichtige des abgelaufenen Jahres heraus.

Auch Menschen, Kollegen und Ausstellungen, Ereignisse, die mich im letzten Jahr begleiteten, werden Revue passieren und gewogen. 
Was hat es mir bedeutet? 
Was hat es mir gebracht?
Was bedeutet es für 2016?
Wie in jedem Jahr werde ich mit Bedauern oder Erleichterung auch von diesen "Erlebnissen" oder "Stolpersteinen" Abschied nehmen, voller Freude feststellen, was mir diese "Einschnitte" für eine Bereicherung waren, wer mich und meine "Entwicklung" behinderte.

Erst wenn diese Abrechnung steht, dann kann ich einen Plan für das Jahr 2016 aufstellen.
Kann meine Farben und Strukturen für die nächsten 12 Monate planen.
Kann bereits angestrebte Ziele und Vornehmen korrigieren, wohl wissend, dass Leben dann doch wieder Regie führen wird.

Um viele Kilos an Emotionen erleichtert, da alles seinen Platz gefunden hat, werde ich in wenigen Tagen wahrhaftig ins neue Jahr starten.


Januar 2015
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Januar 04, 2016

Ein ungedeckter Tisch

Noch ist das Jahr ein ungedeckter Tisch
noch weiß ich nicht 
was mir kredenzt wird

Noch ist das Jahr ein ungedeckter Tisch
noch weiß ich nicht, 
welcher Kelch mir gereicht wird

Noch ist das Jahr ein ungedeckter Tisch
noch weiß ich nicht
wer an meiner Seite platz nimmt

Noch ist das Jahr ein ungedeckter Tisch
noch weiß ich NICHTS


Januar 2016
(c) U.Pahnke-Felder

Mittwoch, Dezember 23, 2015

Meine Wünsche


Gesegnete Weihnacht
und einen 
Guten Rutsch ins Jahr 2016


Dezember 2015
(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, Dezember 10, 2015

Liebe

Es ist als würde der Himmel
sich öffnen
um uns zu entschädigen
für all die Dinge
die im Augenblick schlecht sind

Es ist als würde der Himmel
uns mahnen
um uns zu erinnern
einander mehr
Liebe zu geben

Es ist als würde der Himmel
uns ermutigen
uns an Schönen zu erfreuen
und Anderen
endlich die Hand zu reichen

Es ist als würde der Himmel
uns eine 
Lektion erteilen
in LIEBE


Dezember 2015
(c) U.Pahnke-Felder