Montag, Januar 19, 2015

Familienzuwachs

Nachdem im Oktober unsere 18 jährige, treue "Flocke" in den Katzenhimmel abberufen wurde und sich meine tiefe Trauer gelegt hatte, wusste ich, ohne Katze NEIN, das geht nicht.

Nun bin ich nicht der Mensch, der in das nächste Tierheim läuft und sich einfach einen Ersatz, aus dem großen Angebot der auf Familienanschluss wartenden Katzen, aussucht.
Wobei ich all Jenen, die sich Tiere aus dem Tierheim holen und somit diesen Tieren nochmals eine Chance geben, ausdrücklich danke. 

All unsere Tiere finden immer irgendwie ihren Weg zu uns. So war es immer und so vertraute ich also wieder auf diese "Schicksalsbegegnung".
Wäre mir beim Lesen der Tageszeitung, dem Studieren der Mini-Berichte über diese "Warte-Tiere" ein kleines Kätzchen aufgefallen, dann hätte ich den Weg zum Tierheim sicher eingeschlagen. Aber es passte einfach nicht. 

An einem Novemberabend rief mich ganz aufgeregt meine Tochter an. 
Die Katze einer lieben Bekannten hatte ganz unerwartet Nachwuchs bekommen. OH.... 10 Minuten später einige Fotos der am Abend zuvor geborenen 4 Kätzchen. 
Einfach nur süß, aber wann sind Baby-Kätzchen das eigentlich nicht?
Schließlich die Geschichte zu diesem Wurf und die Geschichte der Frau, einer Freundin aus der Krebsgruppe meiner Tochter.
Kurzer Kriegsrat mit dem Mann an meiner Seite, denn auch er muss ja die Situation wollen. Schließlich teilen wir uns das Haus.

3 Wochen und 1000 Fotos später entschieden wir, dass wir uns in den nächsten Tagen die Kätzchen anschauen werden. Mal sehen, wie sie reagieren! Zudem wollte ich auch die Besitzerin kennen lernen.
Am nächsten Samstag standen wir uns gegenüber. 
Wieder eine dieser Frauen, die den Brustkrebs nicht als "Strafe" ansehen, sondern als "Schlechter Scherz mit Chance". Wieder eine dieser starken Frauen, die sehr bewusst und absolut positiv den Kampf gegen die Krankheit aufnehmen. Zudem mit genau der gleichen Haltung wie bei mir / uns: Wenn es nicht passt, dann lieber keines der Kätzchen!

Langsam und sehr neugierig wackelten die Kleinen auf uns zu, blieben in angemessenem Abstand vor uns sitzen und warteten auf ein Signal von der Katzenmama.
Die aber ignorierte erst Mal die Situation, genoss die Mini-Freiheit von ihrer Brut und lief durch zum Fressnapf. 
Zögernd wagte sich ein kleines pechschwarzes Wesen in unsere Richtung. 
Würde das eventuell?
Bevor ich aber meine Hand ausstrecken konnte, wankte eine kleine Schönheit auf 4 Pfoten an mich heran, nahm dicht vor mir Platz und betrachtete mich kritisch mit riesigen Augen. Ein kleines Katzenmädchen hatte sich entschieden.


Nachdem sie mich ausgiebig erkundet hatte, wackelte sie weiter zu meinem Mann, krabbelte sein Bein herauf und rollte sich auf seiner Brust ein, um zu schlafen. 
Nun kam die Katzenmutter eiligst an und kontrollierte, ob alles seine Richtigkeit hätte. Laut schnurrend drückte sie ihr OK aus.
Die Dame des Hauses war begeistert, wir waren begeistert und so wurden wir uns ganz schnell einig. Dieses Wesen hatte ein Zuhause gefunden. In ca. 6 Wochen würde es bei uns einziehen.

Es wurden lange Warte-Wochen. Versüßt durch neue Fotos und kleinen Berichten.

Seit Samstag ist sie groß und stark genug, um bei uns einzuziehen. 
Wir tauften sie auf den Namen "Filou", worauf sie als kleiner Spitzbube voller Tatendrang nun unser Haus und mein Atelier erkundet. 

Filou hat sich zwei Dinge bewahrt:


Sie schaut uns noch immer mit großen Augen an
und 
ihr Lieblingsschlafplatz ist der Brustkorb meines Mannes, auf dem sie es sich laut schnurrend bequem macht, sobald sie eine Chance sieht.

Liebe Filou, es wäre schön, wenn Du nun die nächsten 18 Jahre unser Haus und mein Atelier mit Leben erfüllst.


Januar 2015
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Januar 05, 2015

Wie ein leeres Blatt

Wie ein leeres Blatt
lagen gerade noch 
die Tage und Monate
des Neuen Jahres vor mir

Chancen und Möglichkeiten
in einem See voller
Zeit, meiner Zeit
lagen vor mir

Der erste Anruf 
und mein Stift
zog rote Streifen 
durch die ersten Daten

Nur zum Verständnis
fügte ein blauer Stift
Grund und Uhrzeit
säuberlich notierend hinzu

Akribisch strich 
ein grüner Stift
durch einige letzte weitere Daten
meine privaten Frei-Stunden

Was ist mit meinem ersten Vorsatz - mehr ZEIT!
für dieses neue Jahr
er löst sich mit farbigen Strichen
ganz sorgfältig geplant auf.


Januar 2015
(c) U.Pahnke-Felder

Freitag, Januar 02, 2015

Willkommen im Jahr 2015

Natürlich bewegt uns gerade jetzt auch gleich zu Anfang die Frage:
Was wird uns das Jahr bringen?

Müssen wir das wissen?
Wollen wir das wirklich wissen?

Die Erfahrung der letzten Jahre und das sind ja nun nicht wenige, haben mich gelehrt, dass es einfacher und lebenswerter ist, es gar nicht so genau zu wissen. Ja, es ist wirklich sehr viel wichtiger, das HIER und JETZT zu genießen.
Einfach das in die Hände zu nehmen, was IST.

Höre ich da Jemanden rufen, dass es nicht leicht fällt, wenn man sich in einer ganz bescheidenen Situation befindet und nur der Gedanke an bessere Zeiten einem durch den Tag bringen.
Ja, das ist schon nicht ganz falsch.
Aber ich habe da auch die Erfahrung gemacht, dass die Annahme der Situation, die wir oft nicht zu ändern vermögen, nehmen wir eine lebensbedrohliche Krankheit, das Jetzt entscheidend ist. Denn nur das Jetzt stellt die Weichen für den nächsten Schritt, die nächsten Stunden.

Also, genießen wir das, was ist.
Öffnen wir die Arme für das Jahr 2015.
Begrüßen wir zwar die Aussicht auf .... aber das wird nur sein, wenn das JETZT ist.


Januar 2015
(c) U.Pahnke-Felder