Samstag, Juli 05, 2014

Hilflos

Sie betrachtete mich voller Argwohn.
"Sind sie von die Lagerverwaltung"
fragte sie mich und ihre Hand, die das Glas Wasser entgegen nahm, zitterte leicht vor Spannung.
"Nein, Mama, ich bin es. Du weißt doch, ich bin Deine Tochter. Hast wohl die Brille nicht auf?"
Ein Schweigen füllte den Raum. Sie drehte sich zum Fenster und betrachtete die blühende Hecke.
"Wissen sie, sie können mich nicht irre machen, das haben auch die Anderen hier im Lager nicht geschafft. Ich weiß schon was sie wollen. Aber glauben sie mir, ich werde meinen Mann nicht verraten. Und hören sie auf so zu tun, als würden wir uns kennen."
Tränen liefen mir über die Wangen, als ich zurück in die Küche lief.
Dann hörte ich sie zaghaft rufen:
"Uschi, wo bist du? Hole mich hier raus."

Und ich wusste, auch ging ich zur ihr, sie würde mich nicht erkennen.


Juli 2014
(c) U.Pahnke-Felder

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