Mittwoch, Juli 27, 2011

Häutung / skinning


Muss mich häuten,
soll mich häuten,
häute mich.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, Juli 26, 2011

Die Familie Krawubbke

Sie kennen die Familie Krawubbke nicht? 
Das ist schade, denn der Familie Krawubbke verdanken wir, meine Geschwister und ich, so manche frohe Stunde inmitten des Elends dieser Welt.
Und heute?
Nun, zumindest für mich ist die Familie Krawubbke immer wieder die Instanz, die den ganz normalen Irrsinn des Alltags erträglich macht.

Zu verdanken haben wir das Auftauchen dieser Familie der Phantasie meines Bruders.
Nachdem er wegen eines Streiches zur Strafe den Rest des Tages in seinem Zimmer verbringen musste und wir, meine Schwester und ich, ihn heimlich besuchten, erzählte er uns, dass er unschuldig sei. Das vermeindliche Fehlverhalten hätte er nur der Familie Krawubbke zu verdanken.
Damit war unser Sündenbock geboren. Fortan, wenn was schief lief, etwas besonders schwer auf unserer Kinderseele lag, hatte wieder einmal die Familie Krawubbke Ihre Finger im Spiel.

An dieser Stelle möchte ich betonen, wir kannten keine Familie gleichen Namens. Der war wirklich der Phantasie meines Bruders entsprungen. Sollte also jemand eine Familie gleichen Namens kennen, dann bitte ich inständig darum, diese Familie nicht mit unserer Kindersituation zu verwechseln!

Wie dem auch sei, im Laufe der Jahre entwickelte sich diese Sippe Krawubbke zu einer recht komischen Ansammlung von sehr eigenwilligen Typen. Längst waren sie nicht mehr nur die personifizierten Bösen, nein, sie hatten alle Qualitäten, die wir in diesem Augenblick benötigten, um uns abzureagieren. Es tat einfach gut, reinigte unsere Seelen und ließ uns anschließend, nachdem wir über diese Sippe ordentlich gelästert und geschimpft hatten, den restlichen Tag wieder friedlich und mit der Welt zufrieden sein. Was konnten wir ändern? Es waren doch wieder die Krawubbkes.

Lediglich meine Mutter hatte Schwierigkeiten mit dieser Familie, die so ausgeprägt in unseren Gesprächen lebte. So fragte sie mehr als nur einmal: „Wer sind Die denn eigentlich? Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mit solchen Leuten Umgang pflegen.“
Erst als wir in eine andere Gegend zogen und die Krawubbkes weiterhin bei uns „wohnten“, da wurde ihr klar, sie waren unsere Blitzableiter.

Gestern nun hatte ich einen Krawubbke-Tag.
Nachdem ich mit einer sehr schwierigen Situation, im Zusammenhang mit der Krebserkrankung unserer Tochter überhaupt nicht klar kam und meine Emotionen mich drohten zu überrennen, da kramte ich meine geliebte Familie Krawubbke wieder heraus. Alles, aber auch alles was schief saß, das schrieb ich in einem Brief an diese Familie Krawubbke auf, beschuldigte sie des Herbeiführens der Misere, belegte sie mit den übelsten Schimpfwörtern, erfand gänzlich neue Wortschöpfungen für diese Sippe und reinigte so meine Seele. Ganz zum Schluss saß ich an meinem Schreibtisch und lachte laut.

Uschi was back.

Würden wir Alle eine Familie Krawubbke besitzen, die Welt würde weniger aggressiv sein.

– Glauben Sie mir!


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Juli 25, 2011

Wochenend-Splitter

Künstlerfest bei Rik.
Er hat den Krieger befreit und uns eingeladen, dieses Event mit zu genießen.
Hier einige Impressionen





Wäre es doch nur nicht so kalt gewesen. Aber, es hat wenigstens nicht geregnet.
Rik und Cai, DANKE.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, Juli 21, 2011

Märchenwald / fairywood






Schön, geheimnisvoll, verlockend.
Die Seele baumeln lassen und neue Projekte entwickeln.

Arbeit kann auch sehr angenehm sein, man muss nur wissen, wo man seinen "Schreibtisch" aufstellt.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, Juli 19, 2011

Essen - unbekannt

Was das aufregende, gemeinsame Leben betrifft, so wird es ja bei einigen meiner Altersgenossen bereits weniger. Man glaubt seinen Partner zu kennen und beschließt, ihm auch ja keine Chance mehr zu geben, einen zu überraschen.

Wie ich darauf komme?

Nun, der nachfolgende Dialog gab mir dann doch einiges zu denken – zu diesem Thema:

Ein Paar meines Alters sitzt in einem Restaurant am Nebentisch. Beide haben die Speisekarte vor ihrer Nase und sind mit der Qual der Wahl mehr als ausgelastet. Da eilt der Ober herbei und fragt, ob er schon etwas vorab, also einen Aperitif, bringen darf und wenn ja, welchen?
„Was?“, fragt die Dame aus ihrer Karte heraus.
Der Ober wiederholt seine Frage.
„Sie habe ich doch nicht gemeint, denken sie ich bin taub?“, kommt es als Antwort hinter der Karte hervor: „Ich hab meinen Mann was gefragt!“
Der soeben angesprochene Gatte kann oder will diese Frage nicht beantworten. ER schweigt in die Seiten vor seiner Nase.
„Eh, ich meine Dich!“, raunzt nun die Dame.
Dich schweigt weiter.
„Arthur!“, man hört, wenn ich ehrlich bin, sogar zwei Ausrufezeichen, “ich rede mit dir!“
Nun schreckt der Angesprochene aus seiner Karte und der Versunkenheit hoch und beeilt sich zu sagen: “Für mich noch keinen Kaffee“. Es folgt ein sehr zufriedenes und tiefes Lachen über den soeben gemachten Witz.
Die Dame wird ungehalten: „Wann gehen wir schon mal Essen? Und nun wieder das - das ist doch wieder typisch für dich. Nein, da vergeht mir ja gleich der Appetit. Ach Herr Ober, was können sie mir denn empfehlen?“
„Also keine Getränke im Augenblick“, konstatiert der Ober und summiert die Tagesspeisen mit kurzer Erklärung aus seinem Kopf heraus auf.
„Das steht aber nicht auf der Karte!“, spricht die Dame, “mögen wir das denn?“
„Ich weiß nicht,“ äußert sich Arthur und bevor er weiter reden kann, hat sich seine Gattin wieder zu Wort gemeldet. „ Du warst nicht gemeint, ich hab mit dem Kellner geredet.“
Leicht irritiert zieht sich der Gatte wieder ganz hinter seine Speisekarte zurück.
„Wie soll ich den wissen, dass der Kellner weiß, was wir mögen!“, murmelt er.
Die Dame ist von den Widerworten ihres Arthurs gar nicht amüsiert und ordert mit erhöhter Stimme, die keinen Widerspruch duldet, einen gemischten Salat, danach die Hühnerbrust mit Reis. „Pommes liegen mir immer so schwer im Magen, wegen der Majo, wissen sie.“ Für ihn bestellt sie eine klare Brühe und anschließend den Schweinebraten mit Leipziger Allerlei. “Keine Jägersoße, da bekommt er nur Sodbrennen, er hat es an der Leber. Ach ja, bringen sie zwei kleine Bier, vorab, wegen dem Warten.“
Sie klappt die Karte zu und reicht ihre dem Ober, gleichzeitig grapscht sie die andere, noch aufgeschlagene Karte, aus den Hände ihres Gatten. Arthur wartet einige Minuten, bis der Ober den Tisch verlassen hat und giebt dann leicht schüchtern zu bedenken: „Eigentlich hätte ich doch sehr gerne den Fisch genommen.“
„Na, dann hättest du mal was sagen sollen, aber nein, der Herr muss ja wie immer schweigen. Und nun, nur Vorwürfe, nichts als Vorwürfe. Aber das kenne ich ja schon. DANKE! Nun ist mir das ganze Essen vermiest. Warum gehen wir eigentlich noch weg? Das hätte ich auch Zuhause habe können. Du kannst einem aber auch alles versauen.“

Ich bestellte mir einen Cognac und strahlte den Meinen an: “Was meinst du, sollen wir was essen, was wir noch nicht kennen? Jeder eine Portion, die wir dann teilen?“

Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Juli 18, 2011

Nun ist es offiziell ...


.... ich bin im "Weichenjahr" für das Alter.
Na denn, genießen wir den heutigen Tag.


Juli 2011
(c) Stefan - mit Dank

Samstag, Juli 16, 2011

Stilsicher ins Alter

Reaktionen auf meinen Blog von Mittwoch trudeln weiter bei mir ein.
Lustiges, Erbauliches, Spannendes und Nachdenkliches zum Thema.

Danke.

Aber, wie schön, der Grundtenor all dieser Berichte und Kommentare lautet:
Warum können wir nicht das Alter als eine wundervolle Chance sehen und uns entsprechend kleiden? So, als würden wir jeden Tag eine schöne Verabredung haben?
Toller Gedanke!
Deshalb lege ich Euch heute einen ganz besonderen Blog, es ist ja Wochenende und somit viel Zeit zum genussvollen Stöbern, ans Herz.

Stilsicher ins Alter

Bis Montag, wer weiß, was mir dann auffällt.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, Juli 14, 2011

Kommentare zum gestrigen Blog

Das was bei der aktuellen teeniemode zu kurz ist, muss doch bei anderen eben verlängert werden.
also wird man weiterhin schlauchbootwülstige speckschwarten unterhalb der presswurstähnlich eingekleideten und mit viel zu kleinen körbchen aufg...epushten euter junger rentenzusammenkopulierer sehen dürfen.

ich weiß, was mir lieber ist. modebewusste reifere frauen, die spaß an farben und frischen schnitten haben. wieso muss es eigentlich diese omakleidung geben? es gibt sogar einen terminus dafür. schlimm genug, oder?

liebe uschi, ich fühle mit dir kann dir aber verraten, dass meine oma sich auch nicht drum schert. die hat wahrscheinlich mehr farben im schrank als manch teenie im malkasten   


Sascha Stebani
Vielen Dank Sascha.

Ein weiterer Kommentar von Lisa:
Hey Uschi, hier habe ich Deinen Stil gefunden.
Viel Spaß, ich sehe Dich schon darin :-)



Auch Dir Lisa ganz viel Dank.

Juli 2011

Mittwoch, Juli 13, 2011

Mode aus dem Versandhaus

In den letzten Monaten flattern mir immer mehr dieser nicht angeforderten Modekataloge ins Haus.
Klar freut man sich, hat man doch neues Material, um das Katzenklo auszulegen. Natürlich blättert man aber zuerst neugierig diese Kataloge durch.
OK, es scheint so zu sein, dass ich auf geheimnisvolle Weise in eine Kartei der „50+ mit leichten Gewichtsproblemen“ geraten bin. Wer immer mich als Frau Mustermann in diese Rubrik geschoben hat, der scheint auch zu wissen, dass sich diese Gruppe von Damen und auch Herren, also ich betone meine Altersgruppe, durch eine gewisse Altersstumpfsinnigkeit auszeichnet. Oder wie anders ist es zu erklären, dass die wunderhübschen Teile, in den aktuellen Modefarben: Grau, Schiefergrau, Nebelgrau, gedämpftes Moosgrün, gedecktes Kaki und als Höhepunkt der Farbpalette: Mitternachtsblau und Schwarz angeboten werden.
Jedes Modell dann auch noch ab Größe 44 bis, so entnehme ich dem lyrischen Text, Komfortgröße 56.
Das Angebot überfällt mich mit: Lose fallende Blusen, Taillen verdeckende - (müsste das nicht korrekterweise Bauch verdeckende heißen?) - Waden umspielende Röcke und Kleider, Hosen mit Komfortbund und weitere, in denen ich auch ganz diskret meine Tinalady unterbringen kann.

Hallo, geht es noch?

Ich bin zwar leicht am schrumpfen, aber passe bei ca. 163 cm Lebensgröße und ca. 50 kg Lebendgewicht in die Konfektionsgröße 34 / 36. Das soll es öfter geben, da bin ich kein Einzelfall!!
Ich versuche noch immer, und das seit meinem 35 Lebensjahr, etwas anderes als Bekleidung aus der Kinderabteilung zu tragen, aber muss ich mir nun das antun????
Soll ich diese vorteilhaften Taillen umspielenden Teile als Zelt aufbauen und dann darin fortan leben?

Liebe Versandhäuser,

wenn Ihr es nicht hinbekommt, dann erteilt mir einen Auftrag und ich werde Euch eine Kollektion für Meinesgleichen entwerfen. Frisch, bunt, praktisch für die weiterhin unternehmungslustigen Babyboomer der 50er Jahre.
Stampft doch bitte endlich diese Nachkriegs - Kollektionen ein, in denen sich schon meine Mutter, Gott habe sie selig, nicht wohlfühlte.
Wir wollen auch in unserem beginnenden 3. Lebensabschnitt einfach nur gut aussehen.
Mit freundlichen Grüßen
Ursula


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, Juli 12, 2011

Himmlisches Schauspiel


Gestern Abend überraschte mich der Himmel mit einer traumhaften Inszenierung.
Ich beschloss, mit einem Lächeln im Gesicht, dass er dies nur für mich tat. So als kleinen Ausgleich für den nicht ganz einfachen Tag, der hinter mir lag.

Atemlos schaute ich diesem intensiven, sanft farbigen Lichtspiel zu, dass sich langsam, so als würde man einen Dimmer betätigen, in ein tiefes Blau verwandelte. 
Das Konzert der schrill schreienden Mauersegler, die einen mit akrobatischen Sturzflügen verzaubern, begleitete das Farbenspektakel.

Ein Tag, wie er schöner nicht hätte beendet werden können.
Ein Ausgang, der einen vergessen lässt und tröstet. Der einem Mut macht, den nächsten Tag anzugehen und dankbar zu sein, für das, was wir haben.

Es sind die kleinen Dinge, die uns gut tun.

Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Juli 11, 2011

Alles NEU - und doch vertraut

Am Vorabend zum Eintritt in mein 60. Lebensjahr - ich werde in wenigen Tagen 59 Jahre alt - habe ich beschlossen, 1 Jahr lang diesen Weg in meinen dritten Lebensabschnitt täglich zu notieren und dokumentieren.
Nennen wir das, was ich da betreibe, eine Anleitung zum Altwerden - mit Perspektiven.
Begleitet mich auf meinem Weg, die nächsten ca. 30 Jahre spannend zu gestalten und bewusst zu genießen.

Ich handle dabei in der Tradition meiner Eltern.
Mein Vater startete mit 59 Jahren seine Selbständigkeit. Auch wenn er dafür die komplette Familie aus eigenem Haus in einem Dorf im Taunus, in eine Miet-Etagenwohnung einer Stadt im Ruhrgebiet verpflanzen musste. Er wurde sehr erfolgreich und hat seinen dramatischen Schritt nie bereut.
Meine Mutter beschloss mit 59 Jahren dem freundlichen Bekannten vom Friedhof, den sie, welch wunderschöne Fügung, beim Besuch des Grabes meines Vaters kennenlernte, mehr Platz in ihrem Leben einzuräumen. Sie verlebten 13 wunderschöne, gemeinsame Jahre.  
Wenn also der 59. Geburtstag und das 60. Lebensjahr solch magische Auswirkungen auf die nächsten 30 Jahre haben, sollte man darüber berichten. Mit allem, was sich so ereignet.
Das alles unter dem Motto:
Keine Angst vor dem Alter - es passiert!

Juli 2011
U.Pahnke-Felder

Freitag, Juli 08, 2011

Entscheidung / decision

Da sitzen wir und hoffen auf...
hören von neuen Komplikationen.

NEIN, so lautet die Botschaft,
so einfach ist es nicht.

In diesem Falle zur Zeit
kein Schwarz und Weiß

Grau ist im Augenblick
eine bessere Option mit Qualität.

Man könnte Gewissheit haben,
um anschließend doch nur schneller zu verlieren.

Genießen wir den Sommer
Carpe diem


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, Juli 07, 2011

Schrei um Hoffnung / cry for hope

Man sagt:
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich sehe in Deinen Augen,
dass Du nichts mehr,
als Hoffen willst.

Wer bin ich,
dass ich Dir diese
winzige Hoffnung nehme.

Wer gibt mir
das Recht,
Dir eine Zukunft zu nehmen.

In meinen Armen,
geborgen und gut aufgehoben,
wirst Du weiterhin Hoffnung atmen können.

Versprochen.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Juli 04, 2011

Kampf / battle

Wie kann ein Arzt es schaffen,
in sein ernstes Schweigen,
so viel negative Befunde zu packen.

Wie kann ein Patient es schaffen,
in diesem Schweigen,
nach Trost zu suchen.

Warum ist Krebs so ungewiss.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder

Freitag, Juli 01, 2011

Gedanken / thoughts

Es reicht mir heute,
zufrieden zu sein.


Juli 2011
(c) U.Pahnke-Felder