Montag, April 19, 2010

Gewissheit

Mein Herz
bleibt zurück

Mein Verstand
sucht den Weg

Meine Füße
werden folgen

und die Strecke
laufen


April 2010
(c) U.Pahnke-Felder

Samstag, April 17, 2010

La Gare Liege-Guillemins






Endpunkt für heute, Startpunkt für die 4. Etappe.
Auf Wiedersehen Lüttich / Leuk / Liege
April 2010
(c) U.Pahnke-Felder

Freitag, April 16, 2010

Die Altstadt

Nach eine erfrischenden Kaffeepause tauchen wir ein in die Altstadt von Lüttich. Angeschmiegt an die Hügel der Maas, durchzogen von unzähligen engen Gassen, die oft nicht breiter sind, als dass zwei Menschen nebeneinander hindurch passen, präsentiert sie uns ihre vom Kohlenstaub des letzten Jahrhunderts geschwärzten Häuser. Überall wird renoviert.

Plötzlich lichtet sich das Gewirr der Gassen. Wir treten hinaus auf die Rue Leopold. Unser Blick geht hinüber auf das Palais du Prince Eveque und das Rathaus. Ein Stück weiter oben das neue Gebäude des Gouvenements. Wir steigen hinauf bis zur Citadelle und haben einen wundervollen Blick auf das Treiben unter uns. Eine enge und steile Gasse geht es wieder hinab zur Oper und zur Cathedarle Saint Paul.

Man muss sich Zeit nehmen, um all das zu entdecken. Auf einer Bank im Sonnenschein verweilen und den geschäftigen Menschen um uns herum zuschauen.

Dann suchen wir die Kirche Saint Jacques, erhalten hier einen Pilgerstempel in unserem Ausweis und schlagen bereits etwas müde den Weg zum Bahnhof Liege-Guillemins ein, den letzten Ziel für heute.

April 2010

(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, April 13, 2010

Die Insel

Die weiterführende Beschreibung unseres Wanderführers lautet:

Die folgende Ampel überqueren und die Brücke Pont De L´Atlas V über die Maas nehmen. Links in den Quai Goder Froid Kurth einbiegen. Die Straße die an der Maas entlang führt nehmen, den Fußweg nach wenigen Metern direkt am Ufer folgen. Sie befinden sich nun auf der Insel in der Maas. Die vor Jahrhunderten durch Sedimente des Flüsschens Legia angespült worden ist. Diese Insel breitet sich vor Lüttich (Liege) aus und in liegt mit ihrer breitesten Stelle genau vor der Historischen Altstadt. Das reiche Bürgertum wohnte hier in Stadtpalästen. Der größte Platz Place Sauint Lambert befindet sich auf ihr.

Uns ist diese Insel vor allem durch den wundervollen Flohmarkt von Lüttich bekannt, der sich an jedem Wochenende hier abspielt. Wie viele Stücke haben wir hier schon erstanden.

Heute aber lassen wir uns von der Maas leiten, genießen die Rituale des Frühjahrsputzes auf den Booten, tauchen in Gassen und Hinterhöfen ein und werden vom morbieden Charme dieses Stadtteils, dieser Insel verzaubert. Wir wechseln hinüber auf die andere Seite der Insel, schlendern den Quai entlang und entdecken plötzlich in den Weg eingelassen, im Aufgang zu einer der Brücken, die Jacobsmuschel.

April 2010

(c) U.Pahnke-Felder

Donnerstag, April 08, 2010

Umbrüche

Da stehen wir also wieder am Bahnhof von Liege-Bressoux. Unser Endpunkt der zweiten Etappe am 19. Juni 2008.

Was ist derweil alles passiert? Wie hat sich unser Leben verändert? Was werden wir auf den nächsten Metern, Kilometern mit uns tragen? Was können wir zurücklassen? Wann werden wir bei uns ankommen?

Lauter Fragen, die mir im Kopf herumschwirren, seit ich mich, wir uns, am Morgen um 9.30 Uhr in Richtung Liege in Bewegung setzte.

Nun in der freundlichen und warmen Sonne um 12.00 Uhr erscheint mir alles so unwirklich. In mir ist eine unglaubliche Freude. Ich freue mich auf diese Stadt.

Auch sie hat einen schwere Zeit hinter sich. Aufstieg zur bedeutenden Industriemetropole bis in die 50er Jahre und tiefer Fall bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Nun aber erfindet sich diese Stadt gänzlich neu.

Das macht mich neugierig und fasziniert mich gleichzeitig. Zeige Dich meine Schöne an der Maas. Erschließe Dich uns.

Der kleine Wanderführer in meiner Hand beschreibt einen Weg vom Bahnhof hinüber auf die große Insel in der Maas.

Der Weg führt uns mitten durch die sichtbaren und greifbaren Veränderungen dieser Stadt. Das heruntergekommene Stadtviertel Bressoux wird saniert.

Was bedeutet, dass wir den ersten Kilometer durch eine Geisterstadt zurücklegen. Fast wie nach einem Bombardement stehen die Häuser, Hochhäuser, ganze Straßenzüge inklusive der Geschäfte, einer Schule und einer Kirche in den unterschiedlichsten Stadien des Abbruchs in der Sonne. Wohnraum für Tausende, die für das Leben in dieser Stadt und ihren Reichtum zuständig waren. Tiefe Krater warten auf ihre Füllung aus Erde oder Beton. Noch ist nicht erkennbar, ob hier eine Parkanlage oder neue Gebäude ihren Platz erhalten werden.

Voller Symbolik diese ersten Kilometer.

April 2010

(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, April 06, 2010

Lüttich / Liege / Leuk

Fast auf den Tag genau 2 Jahre ist es her, dass ich mich aufmachte um über die Europäische Kulturroute, besser bekannt als Jacobsweg, nach Santiago de Compostela zu laufen.

Von Beginn an war klar, dass ich diesen Weg in Etappen ablegen werde.

Wir liefen die erste Etappe ab dem 31. 03. von Venlo, NL bis zum 03.04. 2008 nach Roosteren und unsere zweite Etappe vom 16.06. ab Roosteren, bis zum 19.06. 2008 nach Liege-Bressoux, B. Hier stoppte unser Weg und wartete nur darauf von uns wieder aufgenommen zu werden.

Im gesamten letzten Jahr ging ich durch die Krankheit meiner Tochter einen ganz anderen Weg. Es war der Weg des Begleitens. Als am vergangenem Donnerstag ihre Ärztin meinte, sie könne sie ein Stück weit aus der Behandlung loslassen und für Alle sei es an der Zeit wieder ein normales Leben zu beginnen, griffen wir, Wolfgang und ich, die Gelegenheit der anstehenden Ostertag freudig auf und setzten unseren Weg am Bahnhof von Liege-Bressoux wieder fort.

Die Stadt Lüttich stand auf unserem Programm. Sie intensief auf unserem Weg zu durchstreifen war unser Wunsch. Sollte das einen Tag, zwei oder gar drei Tage dauern, was macht es aus. Wir haben Zeit und wollen uns diese Stadt gönnen. Betrachten wir es als „Einlaufen“.

April 2010

(c) U.Pahnke-Felder