Donnerstag, Januar 01, 2009

Operationstag

Wir sitzen bei einer Tasse Kaffe und warten, dass uns P. der Lebensgefährte unserer Tochter abholt. Sie hatte sich gewünscht, dass wir sie ins Krankenhaus nach Venray begleiten.
Als ein Auto vor dem Haus hält und L., der Mann meiner Kollegin E. aussteigt. Der große Blumenstrauß, den er durch die Tür anreicht, soll uns in diesen schweren Stunden erfreuen.
Wir lassen uns in diese liebevolle Geste sinken, fühlen uns in der Decke der Freundschaft geborgen.
Auch die lieben mails, Karten und Briefe, die mitfühlenden Telefonate und SMS die uns, aber besonders unsere Tochter, in den letzten Tagen nun doch erreichen, zeigen uns: Wir haben Schultern und Arme gefunden, die uns in den nächsten Wochen und Monaten eben ausruhen und stützen werden.

Der Schreck der ersten Stunden, über die schlechte Nachricht, hat sich in Teilnahme verwandelt, die sich nicht aus Neugierde, sondern aus Sorge nährt.

Am Nachmittag ist die Operation überstanden. Soweit die Ärzte sagen, ist alles gut gegangen. Unsere Tochter darf uns am Abend zwar noch wackelig und duselig, aber auch müde und vorsichtig glücklich, nach Hause begleiten.

Um 12.00 Uhr genießen wir zusammen den Start in das Neue Jahr. Wir haben den Knoten wirklich hinter uns gelassen.
Was uns erwartet, das wird sich von ganz alleine entwickeln. Wir sind zugleich Zuschauer und Akteure in diesem unbekannten Stück, das sich Leben nennt.



Januar 2009
(c) U.Pahnke-Felder

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