Samstag, Januar 03, 2009

Angst

Zwischen dem ersten Biss in mein Marmeladentoast und einem großen Schluck Kaffee ist sie da.
Ungebeten, platzeinnehmend und dominant. Unbarmherzig schleicht sie durch meinen Körper.
Bodenlose Angst.
Ich versuche sie abzuschütteln, aber sie hat sich tief in meine Seele verbissen.
Atme, atme Uschi ...
Sie bleibt bei mir, greift nach meiner Seele und küsst sie mit ihrem eiskalten Hauch.
Ich versuche an unseren letzten, gemeinsamen Urlaub zu denken.
Sie ist stärker, umarmt mich mit festen Griff und zieht mich in einen Abgrund.
Ich trinke einen weiteren Schluck Kaffee und fühle wie er in meinen Magen plumpst. Gut so, er wird mich wärmen, denn inzwischen ist mir am ganzen Körper eiskalt und ich zittere.
Ich stehe auf und gehe zum Fenster, sehe in diesen frostklaren Morgen, beobachte einen kleinen Zaunkönig, der sich an den Samen eines Strauches im Garten bedient.
Langsam kann ich wieder atmen.
Es wird gut – letztlich wird alles wieder gut.
Wie eine heilende Mantra sage ich leise diesen Satz immer wieder und wieder.



Januar 2009
(C) U.Pahnke-Felder

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