Dienstag, Dezember 30, 2008

Bange Zeiten

Die Sonne beschert uns weiterhin wunderschöne Tage.
Der Frost hat die Seen in der Umgebung zu wunderbaren Eisbahnen verzaubert und schenkt den Kindern ein Ferienvergnügen der besonderen Art.
Wir laufen durch diese verträumte Szenerie.
Laufen wieder unsere Sorgen ab, verwandeln sie in positive Energie, die wir die nächsten Tage nötig haben.

Das Krankenhaus ruft an und teilt unserer Tochter mit, dass sich der morgige OP-Termin um einige Stunden verschiebt. Sie ist verärgert, denn nun muss sie bis zum Mittag nüchtern bleiben.
„Und wenn ich aber Hunger habe?“ fragt sie böse am Telefon.
Ich aber bin glücklich. Zeigt sich doch in dieser trotzigen Reaktion, dass ihre normalen Gelüste nicht abhanden gekommen sind.


Ich werde nachher bei ihr vorbeischauen und mit ihr überlegen, was man im Krankenhaus benötigt. Bitte stellen sie sich auf keine große Sache ein, hatte der Chirurg tröstend zu unserer Tochter beim letzten Gespräch gesagt.


Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Sonntag, Dezember 28, 2008

Frostschöne Tage


Sonne !

Wie wundervoll.
Dazu Frost, der alles mit unzähligen Eiskristallen überzogen hat. Es sieht festlich aus. Alles glänzt und glitzert.
Der Mensch will hinaus, dieses Wunder erlaufen, genießen.
Nichts hält mich mehr zurück.
Himmel so blau und kälterote Wangen.
Gedanken abschütteln mit jedem Schritt. Statt dessen nach Steinen auf dem Weg suchen. Wenn ich jetzt einen blauen finde, dann.....
Ein tröstendes Spiel an einem kalten, sonnigen, fröhlichen Tag.
Ich finde ein kleines Herz. Ein Herz aus einem rostrosa Stein. Ich finde das es noch viel besser passt.
Schließlich habe ich heute vor 36 Jahren geheiratet und das will ich nicht vergessen.
Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Samstag, Dezember 27, 2008

Reaktionen

Meine Schwester meldete sich telefonisch.
Neben den Festtagsgrüßen erklärte sie mir in der nächsten Stunde detailliert den Zustand ihres Gebisses und die Mühen, die derzeit eine Zahnärztin damit hat. Danach waren Neuigkeiten aus ihrem Bekanntenkreis an der Reihe. Sie plappert und plappert.
Bevor ich auflegte wollte ich wissen, wie sie denn mit dem Brustkrebs ihrer Nichte umgehe und was ihre Gedanken dazu sein.
Erst fiel ein langes Schweigen und dann erklärte sie mir, dass dies so schrecklich sei, dass sie nichts dazu sagen möchte.

Es passt zu all den Bekannten, die die Straßenseite wechselten, wenn sie uns in den letzten Tagen in der Stadt sahen.


Auch ich habe Angst, auch ich will nicht jeden Tag darüber reden.
Aber Krebs ist nun durch unsere Tochter ein Teil unseres Lebens geworden. Genauso anwesend wie seit 7 Jahren die Herzkrankheit meines Mannes und wie bis zum letzten Jahr Alzheimer bei meiner Mutter.
Ungebetene Gäste, aber sehr dominante.
Ich heiße sie nicht willkommen, aber ich gebe ihnen den Platz, den sie einnehmen.


Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Freitag, Dezember 26, 2008

Weihnachtsessen

Wir saßen, später am 25. am Abend, alle sehr lebendig am Tisch beim Weihnachtsessen zusammen. Wir lachten, aßen und genossen das gemeinsame Beisammensein.
Später redete dann unsere Tochter.
Erst Wortfetzen, zaghaft vertrauenfassend, später riesige Wortschwalle, bunt, unsortiert und fröhlich. Sie berichtete über alles, was sie in den letzten Wochen mitgemacht hatte. Keine Bewertung, keine Anschuldigung, kein Lob. Eine reine Bestandsaufnahme, bei der man fühlte, es tat ihr gut.
Endlich konnte sie bei uns, ihrer Familie, alles einfach sagen und vor uns ausbreiten. Wir hörten zu, fragten nach und verstanden.
Endlich war ihre Angst aufgehoben.
Wir werden sehr sorgfältig mit ihrem Vertrauen umgehen.



Dezember 2008
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Dienstag, Dezember 23, 2008

Erkältung

Das ist nicht gut.
Da will man an der Seite seines Kindes stehen, plant ein wunderschönes entspanntes Weihnachtsfest für uns Alle und....
ich hole mir eine ausgewachsenen Erkältung.
Heißt, dass wir höchstwahrscheinlich auf den gemeinsamen Heiligenabend verzichten müssen.
Da die Operation für den 31.Januar geplant ist, darf sie sich auf keinen Fall irgendwo anstecken. Sie muss also zur Sicherheit in ihrer eigenen Wohnung bleiben.

Hoffe, ich finde noch ein Wundermittel, was mich bis morgen wieder ansteckungsfrei macht.



Dezember 2008
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Montag, Dezember 22, 2008

Der Kampf ist eröffnet

Die Diagnose Brustkrebs für meine 28 jährige Tochter riess ein Loch in unsere Seelen.

Nachdem wir seit vergangenem Freitag wissen, dass der Krebs noch nicht gestreut hat, ist unsere Zuversicht zurück gekehrt.

Wir werden alles tun, um sie in diesem schweren Kampf zu begleiten und wo wir nur können zu unterstützen.



Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Dezember 08, 2008

Ungewissheit

Schwer lastet
ein bleierner Himmel
auf meinen Schultern
lässt die Luft erstarren
die ich atmen will

wattig und ohne Halt
ist der Boden
auf dem ich
versuche weiter zu laufen

kein Kontakt
ist mir möglich
mit den Menschen
die mir entgegen hasten

festgeschnürt ist
der Kokon
aus Machtlosigkeit und Angst
um meine Seele

das unbeschwerte
Lachen eines Kindes
brennt ein Loch

in meine Seele


Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Freitag, Dezember 05, 2008

Diagnose

Gerade eben noch
hielt ich Dich auf meinem Arm
begleitete Deine ersten zögernden Schritte
beschützte Deinen Schlaf
vor den Geistern der Nacht.

Gerade eben noch
erklärte ich Dir die Welt
trocknete die heftigen Tränen,
einer ersten großen Liebe
die Dich traf.

Gerade eben noch
saß ich stolz und lachend
zusammen mit Deinem Vater
und freuten uns
über Dein gelungenes Examen

Jetzt sitze ich fröstelnd
auf dem kalten Flur
eines unbekannten Krankenhauses
und versuche verzweifelt
für Dich positiv zu sein
.



Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Mittwoch, Dezember 03, 2008

Cuisine Couture


Dies ist das zweite Model aus der "Weihnachtskollektion".
Somit kann jeder Küchenkünstler seine goldene oder silberne Küchenschürze zu den Festtagen tragen.
Wer will, der kann natürlich auch die Schürze in der Disko tragen - tun einige junge Damen bereits.
Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Dienstag, Dezember 02, 2008

Cuisine Couture

Als leidenschaftliche Köchin finde ich, jeder sollte wunderschön in der Küche stehen.
Deshalb habe ich "Weihnachtsschürzen" entworfen.
Man gönnt sich ja sonst nichts.


Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder

Montag, Dezember 01, 2008

Energie

Gleißende Wintersonne
durchstreift mein Zimmer

bettet sich
mit einem Strahl
zwischen meinen Büchern

spielt übermütig
mit tanzendem Staub
über dem Tisch

wärmende Energie
erfüllt mein Herz



Dezember 2008
(c) U.Pahnke-Felder